gen gegangen. Grund für seinen Rückzug aus der Gruppe sei auch gewesen,
dass er das dauernde Gerede über den Dschihad nicht mehr habe hören können.
Dass nicht nur er selbst sich aus der Gruppe zurückgezogen habe, sondern auch
eine Ausgrenzung seiner Person von Seiten der späteren Vereinigungsmitglieder
erfolgte, hat der Zeuge N.. daran festgemacht, dass in seiner Anwesenheit bei
bestimmten Themen zunehmend Arabisch gesprochen worden sei, sodass er die
Gesprächsinhalte nicht verstanden habe.
585
Eine solche Ausgrenzung ergibt sich dem Grunde nach auch aus den Angaben
des Zeugen A.., der die Ausgrenzung in Bezug auf seine eigene Person allerdings abschwächend dargestellt hat. Der Zeuge A.. hat ebenfalls geschildert, dass
häug in seiner Anwesenheit Arabisch gesprochen worden sei, was er als Türke
nicht verstanden habe. Er hat allerdings anders als der Zeuge N.. angegeben,
sich dadurch nicht ausgeschlossen gefühlt zu haben. Er hat dabei bei dem Senat
den Eindruck hinterlassen, nichts Negatives über die Gruppe um Atta und den
Angeklagten sagen zu wollen, jedoch eingeräumt, sich teilweise unwohl gefühlt
zu haben, weil viel Arabisch gesprochen worden sei, was er nicht verstanden
habe.
586
Der Zeuge N.. hat, wie bereits angeführt, ab Sommer 1999 nicht mehr an dem
von Atta geleiteten Gebetskreis teilgenommen. Er war im Übrigen ab diesem
Zeitpunkt auch nicht mehr häug bei den sonstigen Gruppentreen zugegen,
sondern hat sich vielmehr in der Folgezeit nur noch gelegentlich mit einzelnen Mitgliedern der Gruppe um Atta getroen. Naturgemäÿ hat der Zeuge
N.. nach seinem Rückzug aus der Gruppe um Atta an den Gruppengesprächen
nicht mehr teilgenommen. Insbesondere ist die Planung der Gruppe, künftig Anschläge gegen Juden und Amerikaner zu begehen und sich hierauf durch Reisen
in Ausbildungslager der Al Qaida in Afghanistan vorzubereiten, nicht mehr in
Anwesenheit des Zeugen N.. besprochen worden.
587
Dass nach dem Sommer 1999 bis spätestens zum 1. November 1999 solche Planungen und eine Konstituierung der schon genannten Personen in der verengten
Gruppe um Atta zu einer geschlossenen strukturierten Vereinigung erfolgte,
ergibt sich jedoch aus verschiedenen Einzelheiten, die der Zeuge N.. noch mitbekommen hat sowie insbesondere aus dem späteren Handeln der Vereinigungsmitglieder.
588
So hat der Zeuge N.. in der Zeit seiner Teilnahme an den Treen der Gruppe
um Atta noch mitbekommen, dass Atta sich Gedanken machte, etwas Konkretes
gegen die USA zu unternehmen. Nach Angaben des Zeugen N.. äuÿerte Atta
während eines Gruppentreens in der Marienstraÿe 54, dass die USA keine Allmacht seien und man etwas tun könne und es dazu Wege gebe. Während eines im
Sommer 1999 in seiner Anwesenheit auf Arabisch geführten Gespräches bekam
der Zeuge N.. mit, dass über Afghanistan und die Israelis gesprochen wurde. Im
Zusammenhang mit dem späteren Handeln der Vereinigungsmitglieder ergibt
sich daraus zur Überzeugung des Senats, dass spätestens in diesem Zeitraum
149
Select target paragraph3
Connect to a paragraph
Connect to an entity
Disable highlights
Add to table of contents