für Führungskräfte in der Nähe des Flughafens von Kandahar gehörten, gab es für islamistische Interessenten eine Grundausbildung sowie verschiedene weiterführende Kurse. Im Rahmen der in der Regel 45 Tage dauernden Grundausbildung wurde den Interessenten insbesondere der Umgang mit Schusswaen verschiedener Arten und Gröÿen, einschlieÿlich der Bedienung von Panzerfaustwaen, beigebracht. Zur Grundausbildung gehörte des Weiteren eine Ausbildung für den Kampf im Gelände. Weiterführende Spezialkurse gab es u.a. für den Umgang mit Sprengstoen, für den Kampf mit Chemikalien, für Taktik in den Bergen sowie Kriegsführung in Städten, für die Abwehr von Luftangrien und für Informationssammlung. In den Lagern der Al Qaida umfasste die Grundausbildung auch körperliches Training und Sport und wurde mit einiger Härte durchgeführt. Neben der körperlichen Ertüchtigung und der Unterrichtung im Kampf sowie im Umgang mit Waen fand ein religiösideologisches Programm statt, an dem die Auszubildenden ebenfalls teilnehmen mussten, wenn sie sich nicht dem Verdacht aussetzen wollten, Spione zu sein. Dieses Programm bestand aus gemeinsamen Gebeten, dem Anhören von Reden Osama bin Ladens oder anderer Führungskräfte der Al Qaida sowie Koran-Lektionen. In den Reden und Unterrichtseinheiten wurde angeregt, falls jemand zur Begehung von Selbstmordattentaten bereit wäre, mit anderen hierzu bereiten Personen Gruppen zu bilden und zur Vorbereitung besondere Lehrgänge zu besuchen. 168 Bei der Reise in die Ausbildungslager in Afghanistan kam man auf der Route der Al Qaida zunächst in ein Eingangslager. Zu Beginn des Aufenthalts mussten Pässe und andere Personalpapiere abgegeben werden. Auÿerdem musste jeder der dort Anwesenden sich einen Decknamen auswählen. Wer andere Männer in den Lagern nach ihrem richtigen Namen fragte, setzte sich dem Verdacht aus, ein Spion zu sein. Männer, die in diesen Verdacht geraten waren, wurden misshandelt und teilweise sogar getötet. 169 Von solchen Auszubildenden, die bereit waren, Selbstmordattentate zu begehen, wurden in der Medienabteilung der Al Qaida Bekennervideos aufgenommen, in denen sie sich unter Bekräftigung ihres Glaubens, als Märtyrer ins Paradies zu kommen, von Angehörigen und Bekannten verabschiedeten und ihr Vorhaben rechtfertigten. 170 c) Idee der Flugzeuganschläge in den USA 171 Innerhalb der Al Qaida wurden bereits seit Ende 1998 oder Anfang 1999 Pläne entwickelt, mittels Einsatzes von Flugzeugen als Waen auf dem Boden der USA Anschläge zu begehen. Wesentlicher Planer solcher Anschläge war Khalid Sheikh Mohammed. 172 Bei Khalid Sheikh Mohammed handelte es sich um einen bis Ende 1998 oder Anfang 1999 von der Al Qaida unabhängigen islamistischen Terroristen, der sich in den vorangegangenen Jahren zunehmend der Al Qaida angenähert hatte und ihr Ende 1998 oder Anfang 1999 formell beigetreten war. Khalid Sheikh Mo- 39

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