Die Grundrechtskonformität freiheitsbeschränkender Massnahmen in psychiatrischen Einrichtungen und für eine erfolgreiche Behandlung notwendig ist.18 Die Würde der Patienten ist in jedem Fall zu achten und es sind ausreichende Massnahmen zum Schutz ihrer Gesundheit zu treffen.19 Eine psy­ chisch kranke Person hat auch in einer psychiatrischen Einrichtung Anspruch auf Achtung ihrer Rechtsfähigkeit, ihres Privatlebens, ih­ rer Beziehungen zur Aussenwelt (z.B. freier Verkehr mit Mitpatien­ ten, Briefverkehr, unbeaufsichtigte Besuche, Zeitungen, Radio, Fernsehen) und der Glaubens- und Gewissensfreiheit.20 Unter Be­ rücksichtigung ihres Gesundheitszustandes und der Schutzbedürf­ nisse anderer Personen sollen im Sinne des Normalisierungsgrund­ satzes die Lebensbedingungen soweit wie möglich denjenigen ausserhalb der Klinik entsprechen.21 Psychiatrische Einrichtungen müssen über eine gleichwertige Ausstattung wie andere Gesundheitseinrichtungen verfügen22 und freiwillig und unfreiwillig Untergebrachte sollen eine vergleichbare ärztliche Behandlung und pflegerische Betreuung erhalten.23 Es müs­ sen eine ausreichende Anzahl an qualifiziertem Personal, Diagnoseund Therapiegeräte, eine geeignete fachliche Pflege vorhanden so­ wie eine angemessene und umfassende Behandlung einschliesslich der Bereitstellung von Medikamenten sichergestellt sein.24 Ein Patient oder eine Patientin in einer psychiatrischen Einrich­ tung ist so rasch als möglich nach dem Eintritt in einer verständli­ chen Form und Sprache über ihre/seine Rechte aufzuklären.25 Ist die betroffene Person nicht in der Lage, die Aufklärung zu verstehen, ist allenfalls ein/e persönliche/r Vertreter/in oder eine andere geeig­ nete Person aufzuklären.26 Wenn immer möglich soll eine Person in Art. 6 Recommendation R(83)2 concerning the legal protection of persons suffering from mental disorder placed as involuntary patients, 22 February 1982 (zit. Empfehlung R(83)2 (Unfreiwillige Unterbringung psychisch Kranke)). 18 Art. 10 Empfehlung R(83)2 (Unfreiwillige Unterbringung psychisch Kranke); vgl. World Health Organization, Mental health care law: Ten basic principles, 1996, WHO/MNH/MND/96.9 (zit. WHO-Grundsätze psychische Gesundheit), Ziff. 2. 19 Grundsätze für den Schutz von psychisch Kranken und die Verbesserung der psychiatrischen Versorgung, Res. 46/119 der UN-Generalversammlung vom 17. Dezember 1991, A/RES/46/119 (The protection of persons with mental illness and the improvement of mental health care, resolution 46/119 adopted by the General Assembly, 17 December 1991, A/ RES/46/119 [MI Principles]) (zit. MI Principles), Nr. 13 Ziff. 1; vgl. Art. 9.1 Empfehlung R(83)2 (Unfreiwillige Unterbringung psychisch Kranke). 20 CPT Standards, Unfreiwillige Unterbringung in psychiatrischen Einrichtungen, Auszug aus dem 8. Jahresbericht, CPT/Inf (98) 12 (Involuntary placement in psychiatric establishments, Extract from the 8th General Report, CPT/Inf (98) 12) (zit. CPT/Inf (98) 12), Ziff. 33. 21 MI Principles, Nr. 14 Ziff. 1. 22 CPT/Inf (98) 12, Ziff. 32 ; vgl. Art. 10 (i) Empfehlung Rec(2004)10 des Ministerkomitees des Europarates zum Schutz der Menschenrechte und der Würde von Personen mit psychischer Krankheit, 22. September 2004 (Recommendation Rec(2004)10 of the Committee of Ministers to member States concerning the protection of the human rights and dignity of persons with mental disorder, 22 September 2004) (zit. Empfehlung Rec(2004)10 (Psychische Krankheiten)). 23 MI Principles, Nr. 14 Ziff. 1; vgl. CPT/Inf (98) 12, Ziff. 32 und 38. 24 MI Principles, Nr. 12 Ziff. 1; Art. 6 Empfehlung Rec(2004)10 (Psychische Krankheiten). 25 MI Principles, Nr. 12 Ziff. 2; vgl. WHO-Grundsätze psychische Gesundheit, Ziff. 6. 26 Tätigkeitsbericht NKVF 2016 31

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