war und sich nicht spontan ergeben hat. Die Vorbereitung solcher Texte spricht dafür, dass in der Gruppe um Atta im Herbst 1999 eine Bereitschaft vorhanden war, sich in den gewaltsamen Kampf extremer Islamisten einzugliedern und die Texte ihr Bekenntnis dazu sind. Dass nach den Angaben mehrerer Zeugen, so des Zeugen B.. und des Zeugen K.., zu der Hochzeitsfeier allgemein in der Al Quds-Moschee eingeladen worden war und auÿer den Mitgliedern der Gruppe um Atta zahlreiche andere Personen erschienen waren, spricht nicht dagegen. Die Gruppenmitglieder sprechen in den vorgetragenen Reden und Liedern keine konkreten Vorhaben an, sondern bekräftigen ihre Kampfbereitschaft nur allgemein durch das Singen historischer auf den Dschihad bezogener Kampieder. 596 Ganz erheblich spricht für eine im Herbst 1999 bei den verbliebenen Gruppenmitgliedern vorhandene Gewaltbereitschaft der zeitlich koordinierte Aufbruch der Gruppenmitglieder zu der Al Qaida nach Afghanistan. Die vom Angeklagten in der ersten Hauptverhandlung für seine Person hierzu abgegebene Erklärung, dass er in dem Ausbildungslager der Al Qaida die muslimischen Männern durch den Koran auferlegte Picht, Reiten, Schwimmen und Schieÿen zu erlernen, habe erfüllen wollen, ist schon nur mit Blick auf den Angeklagten absurd. Erst recht gilt dies für Atta, Al Shehhi, Jarrah und Binalshibh, die bereits kurze Zeit nach ihrem Eintreen bei der Al Qaida in Afghanistan dem im Herbst 1999 bereits weltweit als Terroristen bekannten Führer der Al Qaida Osama bin Laden den Treueid schworen, mit ihm und anderen Al Qaida-Führern die Ausführung der Flugzeugattentate in den USA besprachen und alsbald nach ihrer Rückkehr nach Hamburg mit der Vorbereitung der Attentate begannen. Im Übrigen fand in der damaligen Zeit 1999 in den Ausbildungslagern der Al Qaida in Afghanistan eine harte Kampfausbildung statt, wie die Zeugen A..., A.. und D.. bestätigt haben. Alle drei Zeugen sind teilweise gleichzeitig und teilweise später in denselben Lagern gewesen, wie die Mitglieder der Vereinigung um Atta. Sie haben übereinstimmend davon berichtet, dass die Ausbildung zum Kampf und an den Waen hart war und es bei mangelndem Einsatz harte Bestrafungen gab. Alle drei Zeugen haben auÿerdem davon berichtet, dass es Vorsichtsmaÿnahmen gegenüber Spionen gab, wie etwa die ausschlieÿliche Benutzung von Decknamen, und dass gegen des Spitzelns verdächtige Personen harte Maÿnahmen ergrien wurden, von der Folter bis hin zur Tötung. 597 Die Al Qaida war im Herbst 1999 weltweit bekannt, nachdem Osama Bin Laden zu Gewalt gegen Amerikaner und Juden aufgerufen hatte und in mehreren Ländern groÿ angelegte Terroranschläge verübt worden waren, die der Al Qaida zugerechnet wurden, wie insbesondere die Anschläge vom August 1998 auf die amerikanischen Botschaften von Nairobi in Kenia und Daressalam in Tansania. Haydar Zammar war in der Gruppe um Atta ein zwar nur gelegentlicher, jedoch allseits bewunderter Gast, weil er von seinen Kampferfahrungen in Bosnien oder Tschetschenien erzählte, wie der Zeuge N.. geschildert hat. Haydar Zammar war aber nach den Aussagen der Zeugen A.. und D.. derjenige, der in Hamburger Moscheen Interessenten für eine Ausbildung in den terroristischen Lagern der Al Qaida in Afghanistan warb und ihnen die Informationen über die Reisewege 153

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