Einhaltung Atta auch in seinem Freundesund Bekanntenkreis achtete, gehörte weiter das Verbot, Musik zu hören und Alkohol zu trinken. Jedenfalls für sich selbst lehnte Atta auch Fröhlichkeit und Lachen ab. Als äuÿeres Zeichen seiner Religiosität trug er den ungestutzen Bart streng gläubiger Muslime. Für den Umgang zwischen Männern und Frauen forderte er ein distanziertes Verhältnis. Seiner Auassung nach hatten Frauen traditionelle muslimische Kleidung mit Kopftuch oder Schleier zu tragen und man gab einer Frau nicht die Hand. 81 Bereits am 11. April 1996 setzte Atta einen als Testament bezeichneten religiös geprägten letzten Willen für den Fall seines Ablebens auf, in dem es u.a. heiÿt, dass Frauen seinen Leichnam nicht zum Friedhof begleiten und weder an Feiertagen noch an Tagen religiöser Feste oder freitags sowie während ihrer Menstruation sein Grab besuchen sollten. Auÿerdem heiÿt es, dass der Testierer so in sein Grab gelegt werden will, dass sein Kopf in Richtung Mekka zeigt. Das Testament entspricht einem Text, wie er als Vordruck in muslimischen Büchern über den Tod enthalten ist, welche in Bücherläden von Moscheen käuich erworben werden können. Dieses Testament unterschrieben Mzoudi und der Angeklagten als Zeugen. Eine besonders enge Beziehung des Angeklagten zu Atta bereits zu diesem Zeitpunkt ergibt sich daraus allerdings nicht. Unter Arabern ist es üblich, einer im Bekanntenoder Freundeskreis ausgesprochenen Bitte, ein Testament als Zeuge zu unterzeichnen, nachzukommen. 82 Atta wurde auf Grund seiner persönlichen Eigenschaften unter den muslimischen Studenten in Hamburg schnell zu einer Führungsgur. Er war überdurchschnittlich intelligent und leistungsfähig. In Diskussionen wirkte er meist führend und auf andere Leute beeindruckend. Er wurde von anderen respektiert und konnte gut organisieren. Atta holte nicht nur regelmäÿig einige seiner Bekannten und Freunde, so auch den Angeklagten, zum Beten ab, sondern führte in einer Hamburger Moschee über einen längeren Zeitraum einen Gebetskreis mit Islamunterricht für zum Islam konvertierte Erwachsene und Jugendliche durch. Dieser Unterricht fand mindestens ab 1998 bis zur Abreise Attas nach Afghanistan im November 1999 in der Regel einmal wöchentlich statt. Atta bestimmte dabei nicht nur die Themen, sondern auch, wer auÿer ihm bei diesen Lehrveranstaltungen etwas vortragen durfte. Dazu gehörte insbesondere der Angeklagte. 83 In politischer Hinsicht vertrat Atta die Meinung, dass die Muslime der Welt sich vereinigen sollten. Gewalt sah Atta bereits in der Zeit vor seiner Abreise nach Afghanistan im November 1999 als ein legitimes Mittel der Verteidigung der seiner Auassung nach unterdrückten islamischen Welt an, so insbesondere im Falle der Gewaltanwendung der Palästinenser gegenüber Israel. Er war der Auassung, dass man auch etwas gegen Amerika unternehmen könne, auch die USA seien keine Allmacht. 84 bb) Al Shehhi 85 Al Shehhi war ebenfalls Moslem. Als er aus seiner Heimat in die Bundesre- 17

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