Attentat eine unbestimmte Anzahl von Menschen zu töten. Wer auf Seiten der anderen Vereinigungsmitglieder und der Al Qaida an der Auswahl Essabars als Ersatz für Binalshibh beteiligt war, konnte nicht festgestellt worden. Der Senat geht davon aus, dass jedenfalls Atta als Leiter der sogenannten Flugzeugoperation daran beteiligt war und dass die Aufnahme Essabars in den engeren Kreis der nach den Planungen an der Attentatsausführung unmittelbar beteiligten Personen im Einvernehmen mit der Al Qaida-Führung erfolgte. Hinsichtlich der übrigen Vereinigungsmitglieder einschlieÿlich des Angeklagten geht der Senat davon aus, dass diese ebenfalls darin eingeweiht wurden, dass Binalshibh kein Einreisevisum für die USA erhalten hatte und Essabar an seine Stelle treten sollte. Der Angeklagte war bereit, für Essabar während dessen geplanter Abwesenheit seine persönlichen Angelegenheiten zu erledigen. Deshalb gab Essabar in Absprache mit dem Angeklagten bei verschiedenen Stellen die Anschrift des Angeklagten als Erreichbarkeit an. 266 Essabar bemühte sich, nachdem er als Ersatzmann für Binalshibh bestimmt worden war, ab Dezember 2000 seinerseits um sein Einreisevisum in die USA, was ihm jedoch ebenfalls nicht gelang. 267 Zunächst verschate sich Essabar am 24. Oktober 2000 bei der marokkanischen Botschaft in Berlin einen neuen Pass, obwohl sein alter Pass noch bis zum 21. August 2001 gültig war. So wollte er, ebenso wie vorher Atta, Al Shehhi und Jarrah verhindern, dass, sollte die Vorlage seines Passes erforderlich werden, sein vorangegangener Pakistanaufenthalt erkennbar wäre. Seinen alten Pass gab Essabar zusammen mit anderen Unterlagen an seinen Bekannten Mohamed Raji weiter, der die Papiere nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in eine Mülltonne warf. 268 Um auch äuÿerlich unauällig und nicht als Islamist zu erscheinen, nahm Essabar ebenso wie zuvor Atta, Al Shehhi und Jarrah nun seinen Vollbart ab. Während er auf dem seinem Visumsantrag für Pakistan vom 3. Januar 2000 beigefügten Lichtbild noch den ungestutzten Vollbart streng gläubiger Muslime trug, fügte er seinen Visumsanträgen für die USA Lichtbilder bei, die ihn mit glatt rasiertem bartlosen Gesicht zeigen. 269 Seine Anträge auf Erteilung eines Aufenthaltsvisums für die USA stellte Essabar am 12. Dezember 2000 und am 28. Januar 2001. Beide Anträge wurden abgelehnt. 270 Dass Mzoudi ebenfalls als Ersatzmann für Binalshibh bei der Durchführung der beabsichtigten Attentate vorgesehen war oder sich zumindest um einen solchen Einsatz bemüht hätte, ist nicht mit ausreichender Sicherheit festzustellen gewesen. Mzoudi legte zwar am 17. November 2000 beim Ausländeramt Hamburg seinen alten noch bis zum 28. April 2002 gültigen Pass in noch feuchtem Zustand mit gelösten Seiten vor und gab dazu an, den Pass versehentlich mitgewaschen zu haben. Am 4. Dezember 2000 lieÿ er sich auch in der marokkanischen Botschaft 61

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