inbart, dass Atta das Datum Binalshibh mitteilen sollte, der wiederum Khalid
Sheikh Mohammed benachrichtigen sollte, damit dieser die Al Qaida-Führung
in ihren Lagern in Afghanistan warnen konnte.
336
In Ausführung dieser getroenen Absprachen rief Atta in der dritten Woche
im August 2001 Binalshibh an und nannte ihm das Anschlagsdatum. Dabei
verwendete er ein Rätsel, in dem es um zwei Stöckchen sowie einen Strich
mit einem Lutscher ging. Damit sollten die Ziern 11 und 9 bezeichnet werden. Binalshibh rief anschlieÿend noch einmal bei Atta zurück, um sich zu
vergewissern, dass er dessen verschleierte Mitteilung richtig verstanden habe.
Anschlieÿend benachrichtigte Binalshibh Essabar über das ihm von Atta mitgeteilte bevorstehende Anschlagsdatum. Essabar war entweder bereits zuvor
oder wurde spätestens jetzt von Binalshibh damit beauftragt, nach Afghanistan
zu reisen und dort der Al Qaida-Führung das Anschlagsdatum zu übermitteln.
Binalshibh selbst wollte nach Essabar ebenfalls die Bundesrepublik Deutschland verlassen und nach Afghanistan zur Al Qaida reisen. So sollte gewährleistet sein, dass die Nachricht über das konkrete Anschlagsdatum auch im Falle
von Verzögerungen auf dem Reiseweg eines der beiden Überbringer rechtzeitig
vor den Anschlägen die Al Qaida-Führung in Afghanistan erreichen würde, was
im Ergebnis auch geschah. Als die Anschläge am 11. September 2001 durchgeführt wurden, hatten sich Bin Laden und andere Führer der Al Qaida innerhalb
Afghanistans in Sicherheit gebracht, um einem für möglich gehaltenen sofortigen Angri von Seiten der USA auf ihre Lager zu entgehen. Die in den Lagern
verbliebenen Personen warnte Osama Bin Laden in allgemeiner Form davor, dass
etwas Gravierendes bevorstand, indem er darauf hinwies, dass ein Anschlag auf
das Herz der USA bevorstehe, ohne weitere Einzelheiten über die bevorstehenden Anschläge zu oenbaren.
337
Am 1. September 2001 sowie am 3. September 2001 vor seiner Abreise telefonierte Bahaji sodann mit Binalshibh. Bei diesen Gesprächen wurde zwischen
beiden besprochen, wann und wo sie sich nach ihrer beabsichtigten Flucht aus
der Bundesrepublik Deutschland in Pakistan oder Afghanistan treen wollten.
Am 2. September 2001 rief Essabar Bahaji an. Der Senat geht davon aus, dass
es auch bei diesem Gespräch um die von beiden beabsichtigte Flucht nach
Afghanistan ging. Schlieÿlich fanden auch zwischen Bahaji und dem Angeklagten
Ende August und Anfang September vor Bahajis Abreise noch Telefonate unbekannten Inhalts statt.
338
Am 3. September 2001 og Bahaji, wie von ihm gebucht, von Hamburg über
Istanbul nach Karatschi in Pakistan, wo er am 4. September 2001 ankam. Am
5. September 2001 sandte Bahaji seiner in Hamburg gebliebenen Ehefrau eine
E-Mail, in welcher er ihr mitteile, dass er gut angekommen sei. Zu einem nicht
genau festgestellten Zeitpunkt nach dem 5. September 2001 begab Bahaji sich
von Pakistan aus nach Afghanistan in ein dortiges Lager der Al Qaida. Seither
ist er unbekannten Aufenthalts.
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