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Dschihad-Gedanken haben im Islam eine lange Tradition. Der Groÿe Dschihad als der Kampf gegen die eigene Triebseele, um ein dem Koran gemäÿes
Leben zu führen, und der Kleine Dschihad als der Kampf gegen die Ungläubigen sind zu unterscheiden. Seit Jahrhunderten war es als die Aufgabe jeden
einzelnen Muslims angesehen worden, den islamischen Herrschaftsbereich gegen
die Feinde auszubreiten. Die Picht des gläubigen Muslims ist es, auch mit
Waen zur Verteidigung des eigenen Landes bzw. der islamischen Nationengemeinde zu kämpfen, sofern ein Angri vorliegt. Diese Auassung erfuhr nach der
demütigenden Niederlage der arabischen Welt gegen Israel eine Radikalisierung
unter dem Einuss radikaler Islamisten wie dem Ägypter Qutb und dem Palästinenser A... Azzam. Beide predigten einen kompromisslosen Dschihad. Der Sieg
in Afghanistan gegen die Russen wurde als Zeichen göttlichen Wohlwollens angesehen und spornte zu weiteren Taten an. Der Dschihad war nun nicht mehr der
Kampf für ein Heimatland, sondern für Gott und den Sieg des Islam weltweit.
Diese Einstellung, gepaart mit dem Hass gegen den Westen, insbesondere gegen
Amerika, dem man es nicht verzieh, die arabische Halbinsel mit den heiligen
Städten zu besetzen, fand in den 90er Jahren neue Nahrung. Die Kriege im
Irak, Bosnien und Tschetschenien, der Palästinakonikt stärkten die radikalen
Islamisten. Es kam vieles zusammen, ein übersteigertes Nationalgefühl, die von
fremden Einüssen besetzte arabische Halbinsel und die fehlende arabische Identität. Der feste Glauben, dass der im Dschihad gefallene Märtyrer eine Sonderstellung im Paradies genieÿt, verlieh diesem radikalen Gedankengut eine besondere Wucht und immer neuen Nachschub von zum Selbstmord bereiten jungen
Männern. Die Verwendung von heilsgeschichtlichem Vokabular lieÿ ein Klima
von extremer Entschlossenheit und Radikalität entstehen. Das politische Ziel,
die arabische Souveränität wieder herzustellen, wurde mit den Verheiÿungen des
Paradieses für den Märtyrer religiös eingekleidet. Bin Laden machte sich das in
seinen Botschaften und Aufrufen zu Eigen, worauf noch einzugehen sein wird.
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Dieses radikale Gedankengut beherrschte zunehmend die Gruppe um Atta. Ein
Angri auf die islamische Nationengemeinschaft wurde darin gesehen, dass in
Saudi Arabien, wo sich die Heiligtümer von Mekka und Medina benden, seit
Jahren US-amerikanisches Militär stationiert war. Zunehmend strebten es die
Mitglieder der Gruppe an, für die Interessen der islamischen Nationengemeinschaft, der umma, in den gewaltsamen Kampf zu ziehen und in ihm zu sterben.
Diese Notwendigkeit wurde immer wieder diskutiert und schlieÿlich in die Tat
umgesetzt. Bei vielen Mitgliedern der Gruppe bestand der feste Glaube, dass
man als im Kampf gegen die Ungläubigen getöteter Märtyrer in das Paradies
einziehen und dort besonderer Genüsse teilhaftig werden würde. Aus diesem
Glauben heraus stellte Atta seiner bis zum 9. August 1999 fertig gestellten
Diplomarbeit, die sich mit dem Städtebau in Aleppo befasste, einen Vers aus
dem Koran voran, der lautet: Mein Gebet und meine Opferung und mein Leben
und mein Tod gehören Allah, dem Herren der Welten. Im Internet sah sich Atta
nach Informationen, die ihm bei einer Teilnahme am gewaltsamen Dschihad
hilfreich sein konnten, um und speicherte zu einem nicht festgestellten Zeitpunkt
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